PERSON

MEIN WEG

Mein Name ist Gerhard Kreutzer. Mein Interesse an Sport wurde Dank meiner Eltern früh geweckt. Von 6 bis 14 Jahren spielte ich leidenschaftlich Fußball für den FC Atzgersdorf. Mangelnde Technik kompensierte ich stets mit Einsatz. Doch für die große Karriere reichte es nicht und so brachte mich ein Freund zum Laufen. Stets unterwegs im Maurer Wald fand ich schnell Gefallen an der natürlichen Bewegung und so habe ich mir diesen Schatz bis heute bewahrt.

Lange Zeit lief ich zweimal pro Woche je 1 Stunde, unabhängig von meinem Gewicht. Einmal jährlich wagte ich mich rund um den Lainzer Tiergarten in gemütlichen 3 bis 3,5 Stunden, selten schneller.

Trotz moderatem Sportprogramm wurde mein Bauch immer größer, meine Kondition litt. Nach einem mutigen Blick auf die Waage stand für mich fest. Jetzt ist die Zeit was zu ändern noch bevor mein Gewicht dreistellig wird. Mahnende 97 Kilo machten mir klar, dass das höchste zulässige Gesamtgewicht schon überschritten ist. Untermauert wurde mein Verdacht durch meine beiden Tanten, die mich bei einem Familientreffen mit “heast bist du blad wurdn” begrüßten. Ich freu mich immer wenn ich sie sehe und begrüße sie seither mit einem kleinen Seitenhieb auf ihre Figuren.

Mehrere kleine Zipperleins bestärkten mich ebenfalls in meinem Vorhaben abzuspecken. So hatte ich seit geraumer Zeit eine Wunde am Schienbein, die nicht heilen wollte. Mein Verdacht lag zuerst auf Milchprodukte und einer Laktoseintoleranz. Weiters tränten meine oft entzündeten Augen sobald sie Frischluft verspürten. Kopfweh und chronische Müdigkeit hinderten mich oft aktiv zu werden. Ganz neu waren Rötungen an den Wangen. Recherchen ergaben Lupus, Todesurteil; unheilbar. Na super! Als nächstes kamen offene Fingerkuppen, schmerzhaft, blutend. Ratlosigkeit machte sich breit. Und immer öfter Kopfweh. Dazu Übergewicht trotz Reduktionsdiät. Mein Gesamtzustand erhält die Note 4 von 10 möglichen Levels. Aber warum war das so? War ich krank?

das Geheimnis
Kein Glück der Welt, keine Bildung, kein Talent und kein Reichtum können Ausdauer ersetzen.

Mit einer Reduktionsdiät und einem täglichen Kaloriendefizit schien ich hoffnungslos überfordert. Zu groß waren die Versuchungen und viel zu willensschwach war ich für eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Ich brauchte also etwas einfacheres, keine Kalorien zählen und trotzdem abnehmen. Bei meiner Recherche stolperte ich über Bernhard Ludwigs Diät. Einfach jeden zweiten Tag überhaupt nichts essen und nicht nachdenken müssen was am Esstag auf den Tisch kommt.

Erste Erfolge stellten sich rasch ein und so blieb ich dabei ohne meine Ernährung umzustellen oder mein Trainingspensum zu erhöhen. Nach 120 Tagen (davon 60 Nichtesstage) hatte ich mein Gewicht um 15 kg auf 82 kg reduziert, meine Zipperlein waren fast gänzlich verschwunden. So wirkungsvoll diese Abnehmphase auch war, hätte ich Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren supplementieren müssen um Vitalstoffmängel und Muskelabbau vorzubeugen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei vier herausragenden Männern herzlich bedanken, die einen positiven Einfluß auf meine Gesundheit nahmen. Dr. Ulrich Strunz mit seiner ” forever young ” Laufbibel und Dr. Müller Wohlfahrt, der mit seinem Buch ” So schütze ich meine Gesundheit ” Vorurteile gegenüber Nahrungsergänzungsmittel ausgeräumt und meine Mangelzustände beseitigt hat. Meine Zipperleins hat Dr. William Davis mit seinem Bestseller ” Weizenwampe ” teilweise erklärt. Weiters bedanke ich mich bei Sascha Mühle, der mit seinem Vlog Wissenswertes zum Thema Fitness und Gesundheit unterhaltsam vermittelt und maßgeblichen Anteil an meinem Sixpack hat.

Mit meinem Körpergewicht war ich nun fast zufrieden und so beendete ich die Bernhard Ludwig Diät und achtete stattdessen auf eine gesündere Ernährung. Eier, Obst, Gemüse, Nüsse und Geflügel statt Nudeln und Naschen. Zitronenwasser statt Rotwein. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mit täglichem, moderaten Lauftraining habe ich in 50 Tagen mein Sixpack freigelegt und kann die Welt damit beglücken. Eine Erfolgsstory bahnte sich an.

Mein Körpergewicht sank unaufhaltsam auf 80, 79, 78 kg und zu meiner Überraschung war auch nach 100 Tagen kein Sixpack, nicht einmal im Ansatz, erkennbar. Herausforderung angenommen! Ich machte weiter!

Der Titel Sixpack in 100 Tagen funktionierte auch nicht mehr und trotz weiterer Gewichtsreduktion vergingen wieder 100 Tage bis ich sagen konnte; ” Ja, das ist mein Sixpack, noch nicht so definiert wie erwünscht aber erkennbar.” Meine Beharrlichkeit trägt Früchte, mein stolzgeschwelltes Sixpack ist real! Im fortgeschrittenen Alter von 45 Jahren habe ich erstmals im Leben ein echtes, erarbeitetes, leicht sichtbares Sixpack.

Nach 200 gesunden Abnehmtagen fühle ich mich fitter, leistungsfähiger und wohler als je zuvor. Ich habe mir weder Süßes noch Alkohol verboten. Die Dosis macht das Gift, wußte schon Paracelsus. Lediglich Weizen habe ich aus meiner Nahrung verbannt und die letzte Zigarette habe ich noch vor meinem 40. Geburtstag ausgedämpft.

Laufen ist magisch, weil es mich in die Gegenwart, in den Augenblick des Einsseins mit der Natur bringt. Dieses Zufriedenheitsgefühl ist fast ein täglicher Fixpunkt, ein Highlight auf das ich mich sehr freue. Es gibt keine Tage, an denen ich mich zum Laufen zwingen müßte.

Ich gehe immer allein, in meinem eigenen Tempo, ohne Konkurrenzdenken und Dominanzgehabe, manchmal ohne und manchmal mit Musik. Als Kind der 80er machen mich Depeche Mode, U2, REM, Pink Floyd, Dire Straits, Violent Femmes, Simple Minds beim Laufen glücklich. Die Popmusik passt zu angenehmen Lauftempo, da sie durch einen Rythmus von 130 Beats per Minute mit meinem Belastungspuls harmoniert.

Laufen VS Spitzensport

Ich bin überzeugt, dass Sport tatsächlich Mord ist, wenn er bis zur totalen Erschöpfung (Superkompensation, Open Window) oder mit Gewalteinwirkung ausgeführt wird. Dafür spricht, dass Spitzensportler eine niedrigere Lebenserwartung haben als Nichtsportler. Wenn Verletzungen nicht ausgeheilt, sondern medikamentös betäubt werden (z.B. Schmerzmittel Cortison), können furchtbare Überraschungen (z.B. lebenslang Dialysepatient) auf pensionierte Spitzensportler warten. Das gilt für Racer und fast alle Ballsportarten mit Körperkontakt. Sportverletzungen sind keine Seltenheit.

Sehr beliebt ist vor allem bei Jungs der härteren Abteilung Kampfsport. Dazu gibt es eine Studie, die Auswirkungen von Kopftreffern von schwedischen Amateurboxern untersucht hat: Den Forschern zufolge können im Boxring wiederholte Treffer am Kopf dazu führen, dass im Liquor Marker für Hirnschäden ausgeschüttet werden. Die Symptome ähnelten dann anderen Hirn-Traumata, wiesen aber auch Ähnlichkeiten mit neurologischen Erkrankungen wie etwa Alzheimer auf.

Dr. Neselius:
Die Marker für Hirnschäden waren bei Amateurboxern direkt nach einem Boxkampf als Resultat geringfügiger Hirnschädigungen um 80% erhöht. Dass die Konzentration der Marker auch nach einer mehrwöchigen Ruhepause noch erhöht war, kann als nicht geheilte oder bleibende Hirnschädigung interpretiert werden.

Laufen in moderatem Tempo, Krafttraining mit leichten Gewichten und kohlenhydratreduzierte Ernährung sind Erfolgsschlüssel zu Gesundheit und Mobilität. In meinem Alter werden keine Rekorde gebrochen, aber alle möglichen Zivilisationskrankheiten vermieden. In diesem Sinne “VAMOS MUCHACHO, de toca!”